|
Im Zeitalter der Globalisierung haben sich
die Lebensbedingungen für einen Großteil der Menschen in den wirtschaftlich
schwachen Länder verschlechtert. Im Jahr 2001 haben z.B. 250 Millionen
Kinder keine Grundbildung erhalten, 850 Millionen Erwachsene im erwerbsfähigen
Alter sind nicht alphabetisiert: Tendenz steigend. Laut UNDP, dem Entwicklungsprogramm
der Vereinten Nationen, würden sechs Milliarden US-Dollar im Jahr
ausreichen, um diesen Bildungsmissstand zu beheben.
Die ökonomische und ökologische Belastung in den Entwicklungsländern
erhöht sich. Und die politischen Verhältnisse tragen nicht
gerade zur Milderung der Umstände bei. Auswanderung etwa, wie sie
sich unter diesen Umständen im 19. und 20. Jahrhundert im großen
Maßstab in Europa vollzog, ist für die dort lebenden Menschen
keine reelle Alternative. Auswanderung bedeutet soziale Zerrüttung
vieler menschlicher Existenzen, wie zum Beispiel die Auflösung
der Familiennetze. Bereits jetzt leben über 20 Prozent der Weltbevölkerung
unterhalb des Existenzminimums.
Der sich abzeichnende Ausschluss der armen Welt kann nicht den Blick
davor verstellen, dass die Entwicklungsländer in die Perspektive
einer nachhaltigen und tragfähigen Weltwirtschaftsentwicklung mit
einzubeziehen sind. Noch unterscheiden wir zwischen den Gewinnern und
den Verlierern der Globalisierung. Aber es ist zu befürchten, dass
angesichts der weltweit existierenden Konflikte, Epidemien, Hungersnöte,
fundamentalistischen Strömungen, Ressourcenverknappung und der
Verschlechterung der natürlichen Lebensgrundlagen sich in naher
Zukunft vielleicht nur noch unterschiedliche Verlierertypen unterscheiden
lassen.
Die internationale Geschäftswelt verfügt über vielfältige
Mittel, ihren bedeutenden Beitrag zu einer Umgestaltung von Wirtschaft
und auch Politik zu leisten, sowie Arbeit und Produktion menschenwürdiger
zu machen. Wollen wir verantwortlich und langfristig nachhaltig handeln,
bedeutet das, unser wirtschaftliches Anliegen mit Blick auf Humankapital
(Bildung, Ausbildung und Beschäftigung), soziales Kapital (konstruktiver
Zusammenhalt von Gesellschaft auf allen Ebenen) und Grundkapital (Ökologie
und Rohstoffe) zu integrieren. In unserem derzeitigen Stadium heißt
Nachhaltigkeit soziale Verantwortung.
|
|
|