| Projektdarstellung von Bruno Ulrich (12. Oktober 2005)
Nebst dem persönlichen Wunsch, einen Einblick in das Land und dessen Kultur zu erhalten, werde ich in Senegal an einem Projekt zur
Evaluierung der lokalen Recyclingstruktur teilnehmen. Bevor ich aber auf meine Arbeit vor Ort weiter eingehe, möchte ich kurz erzählen, wie ich zu diesem Projekt
gekommen bin.
Wir schreiben das Jahr 2004 an einem kalten Winterabend. Ich sitze zuhause am Computer und bin auf dem World Wide Web auf der Suche nach
einem Praktikumsplatz im Ausland, welches ich im Rahmen meines Studiums im Herbst 2005 zu absolvieren habe. Im Verlaufe dieser Suche lande ich auf der Seite vom
ASA-Programm aus Deutschland (www.asa-programm.de). Die Abkürzung ASA steht für "Arbeits- und Studienaufenthalte". Im Rahmen des ASA-Programms erhalten jährlich
rund 200 europäische Jugendliche in insgesamt 100 Projekten die Möglichkeit, bei einer entwicklungspolitischen Organisation in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Südosteuropa
mitzuhelfen. ASA bereitet die Teilnehmer vor, finanziert einen Teil der Reisekosten und vergibt ein Stipendium für die Dauer des Aufenthaltes.
Da jährlich auch 10 Schweizer an diesem deutschen Programm teilnehmen können und ich auch gleich ein spannendes Projekt entdeckte, habe ich mich beworben.
Mit großer Freude habe ich ein paar Wochen später erfahren, dass ich zusammen mit Jona Viertel aus Köln ausgewählt worden bin, an meinem Wunschprojekt in Senegal
teilzunehmen. Seither habe ich an einem 5-tägigen Seminar in Fontaine (F) und an einem Seminar in Berlin teilgenommen, wo ich weitere Afrika-ASA-Leute kennengelernt habe.
Nun aber zu meinem Projekt. Ich werde zusammen mit Jona eine Studie über die lokale senegalesische Recyclingstruktur zu absolvieren haben. Hauptsächlich werden wir uns
mit Elektronikschrott und dessen Wiederverwendungsmöglichkeiten vor Ort befassen. Wir werden aber unsere Recherchen auch auf andere Abfallarten ausdehnen.
Das Projekt wurde von der deutschen Organisation justiceF vorgeschlagen, welche in Senegal das Projekt ASPAIL
(Association Sthenos Phanos pour l’Appui aux Initations Locales, www.sthenos-phanos.de) unterstützt. "ASPAIL" setzt sich für die berufliche Qualifizierung von Jugendlichen
sowie für die Förderung von kleineren Handwerksbetrieben im Senegal ein.
Ein Beispiel ist das seit 1998 existierende Projekt "Sthenos Phanos", welches die Ausbildung
von Kleinhandwerkern im Bereich Elektrotechnik fördert. D.h. den Meistern und Lehrlingen aus kleinen und mittelständischen Betrieben werden Schulungen zur Instandsetzung
von Elektromaschinen angeboten. Zugute kommt dem "Sthenos Phanos"-Projekt das System der kostenlosen Rücknahme von Altgeräten in Deutschland. Dadurch haben
die Werkstätten in Senegal Zugang zu gebrauchten Geräten, die teilweise noch vollständig funktionsfähig sind, jedoch Verschleisserscheinungen aufweisen.
Durch einfache Reparatur- und Wartungsarbeiten können qualitativ hochwertige Maschinen aus Deutschland in Senegal kostengünstig repariert werden. Zugleich dienen
sie als didaktische Mittel für die HandwerkerInnen.
Unsere Aufgabe wird nun sein zu prüfen, inwieweit die Materialen nach einer zweiten und dritten Lebensphase
wiederverwendbar sind, welche Infrastruktur und welche Technologien im Senegal vorhanden sind, um die Umweltbelastung zu minimieren bzw. um die Gesundheit der
Nutzer zu garantieren. Hierzu werden wir bei Betrieben Informationen einholen um den aktuellen Stand der Recyclingstruktur zu evaluieren.
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